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Eine Reise entlang des „Längengrads“ der Inklusion

25.10.2013

Dienste für Menschen mit Behinderung sind Teil eines einmaligen Projekts der Europa-Mittelmeer-Partnerschaft für Inklusion



Inklusion – dieses Schlagwort dominierte die Presse. Dahinter verbirgt sich, dass kein Mensch ausgeschlossen, ausgegrenzt oder an den Rand gedrängt werden darf. Als Menschenrecht ist Inklusion unmittelbar verknüpft mit den Ansprüchen auf Freiheit, Gleichheit und Solidarität. Zudem hat jeder Mensch ein Recht auf „Inklusion“, also darauf, ein gleichberechtigter Teil der Gesellschaft zu sein.

Doch wie wird Inklusion gelebt, in Deutschland oder in anderen Ländern? Unter dem Thema „Längengrade der Inklusion – wie leben Menschen mit Behinderungen in Bremen, Sizilien und Ägypten?“ ging das Diakonische Werk Bremen in den vergangenen Monaten mit Partnern in Palermo/Italien und der ägyptischen Stadt Sohag folgender Frage nach: Welchen Stand hat die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in den unterschiedlichen Ländern erreicht und wie ist dies mit den demokratischen Werten einer Gesellschaft in Zusammenhang zu bringen? Das Projekt wurde in dem von der Anna Lindh Stiftung geförderten Projekt „Longitudes of Inclusion and Democratic Values“. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf der Inklusion von Frauen mit einem Handicap bzw. auf Müttern mit behinderten Kindern. Hierfür drehte jeder Partner Kurzfilme über den Lebensalltag von Personen mit Behinderungen und die Inklusionsmöglichkeiten vor Ort, die dann zum Schluss unter dem Titel „Eine Reise entlang des „Längengrads“ der Inklusion“ zu einem Film zusammengefügt wird.

Die deutsche Delegation bildete Dr. Jürgen Stein vom Diakonischen Werk gemeinsam Jean-Pierre Karabinski und Paul Döring, Bewohner der Dienste für Menschen mit Behinderung, und Dieter Görke-Weidenbach, Mitarbeiter des Bereichs. Auch das Logo des Projekts stammt aus Friedehorst: Bewohnerin Vanessa Giesenberg entwarf das farbenfrohe Emblem.

Damit die Teilnehmer einen Einblick in das Thema „Inklusion“ in den jeweiligen Partnerländern erhielten und um den Austausch thematischer Inputs zu fördern, besuchten sich die Delegationen gegenseitig in Palermo, Kairo und auch in Bremen. Den Auftakt bildete das Treffen in Palermo, bei dem sich die Teilnehmer kennen gelernt haben und mit verschiedenen Experten über den Stand der Inklusion in Sizilien sprachen. Das zweite Treffen fand in Bremen statt, wo sie sich über die Angebote der Stiftung Friedehorst und des Vereins für Innere Mission informierten und sich mit dem Bremer Landesbehindertenbeauftragten Dr. Joachim Steinbrück über das Thema austauschten. Den Abschluss bildete eine Reise nach Kairo.

Das Ergebnis, der Film „Längengrads“ der Inklusion“ feierte am 29. Oktober Premiere im Gemeindezentrum der Friedenskirche Bremen.