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Berufsförderungswerk Friedehorst: Eröffnung der neuen Räume in Bremerhaven

06.06.2016

Bereichsleiter Uwe Dreyer: „Die beste Rehabilitation passiert dort, wo der Teilnehmer lebt“

Kürzlich feierte das Team Bremerhaven des Berufsförderungswerks Friedehorst die Eröffnung der neuen Räume in der Dr. Franz-Mehrtens-Straße 2a in Bremerhaven. Uwe Dreyer, Bereichsleiter für die Außenstandorte, präsentierte die großzügig gestalteten Gruppenräume und Mitarbeiterbüros. Der Umzug war notwendig geworden, weil der vorherige Standort der starken Nachfrage nicht mehr gerecht wurde.
 
Die Außenstelle Bremerhaven bietet nun 30 Plätze zur Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. Uwe Dreyer betonte in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung regionaler Angebote für psychisch beeinträchtigte Menschen. Diese werden nicht aus ihrem vertrauten Umfeld gerissen, sondern im Rahmen von Trainings- und Integrationsmaßnahmen behutsam zurück in den Arbeitsmarkt geführt. Besonders für psychisch erkrankte Menschen sind der Familien- und Freundeskreis sowie eine Kontinuität in der ärztlichen und therapeutischen Versorgung ein wesentlicher Faktor für eine erfolgreiche Teilhabe. „Die beste Rehabilitation passiert dort, wo der Teilnehmer lebt“.
 
Das Berufsförderungswerk Friedehorst hat 1998 in Bremerhaven damit begonnen, das Regionalitätsprinzip umzusetzen. Heute bietet das es an 13 Standorten in Bremen und ganz Niedersachsen regionale Angebote für den zunehmenden Bedarf an Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen.
 
Mit den neuen Räumlichkeiten in Bremerhaven können deutlich mehr Menschen in der Region auf ihrem Weg zurück in die Arbeitswelt begleitet werden. Wie in allen Außenstandorten des Berufsförderungswerks Friedehorst werden dabei die Qualitätsstandards der Bundesarbeitsgemeinschaft beruflicher Trainingszentren (BTZ) umgesetzt. Bereichsleiter Dreyer betonte anlässlich der Eröffnung die tiefgreifenden Veränderungen in den Ursachen für die berufliche Rehabilitation: Muskel- und Skeletterkrankungen, die über Jahrzehnte der Hauptgrund für Rehabilitationsleistungen waren, werden zunehmend von psychischen Erkrankungen übertroffen. Psychische Erkrankungen müssen daher im Fokus der beruflichen Rehabilitation stehen. Diesen Veränderungen wird die Arbeit des Berufsförderungswerks Friedehorst gerecht. Damit beruflichen Rehabilitation gelingt, muss auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Fähigkeiten der Rehabilitanden individuell eingegangen und Hilfen zur Steigerung der Belastungsfähigkeit und Anpassung an den Arbeitsmarkt angeboten werden.
 
Im Zentrum der Arbeit mit psychisch erkrankten Menschen stehen neben Assessments und dem beruflichen Training vor allem die zielgerichtete Integration sowie die ergänzende Qualifizierung. Auf die Frage, ob berufliche Rehabilitation mit psychisch erkrankten Menschen gelingen kann, antwortet Psychologe Uwe Dreyer: „Ja, wenn sie mäandert. Es geht dabei nicht immer um den kürzesten und schnellsten Weg in Arbeit, sondern um den für den psychisch erkrankten Menschen geeignetsten Weg. Dabei liegt es im Wesen vieler psychischer Erkrankungen, dass auch die berufliche Rehabilitation und Integration nicht immer gradlinig verläuft, sondern oftmals in Schlangenlinien.“