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Dienste für Menschen mit Behinderung mit „Bremer Preis gegen Gewalt in Pflege und Betreuung“ ausgezeichnet

08.02.2013

Friedehorster Konzept zum Umgang mit sexuellem Missbrauch erhält erstmals die neue Auszeichnung

Erstmals verlieh das Forum gegen Gewalt in Pflege und Betreuung Mitte Februar den „Bremer Preis gegen Gewalt in Pflege und Betreuung“, mit dem das beste Konzept zur Bekämpfung jeglicher Form von Gewalt in Pflegeeinrichtungen und Wohnbereichen prämiert wird. Erste Preisträgerin der mit 300 Euro dotierten Auszeichnung sind die Dienste für Menschen mit Behinderung für ihren Standard zur Verhinderung von und zum Umgang mit sexuellem Missbrauch. Sichtlich stolz nahmen stellvertretend für die Einrichtung Ute Stollreiter und Nico Oppel den Preis von Sozialsenatorin Anja Stahmann entgegen.

Gemeinsam mit Klienten und Mitarbeitenden verschiedener Ebenen entwickelte der Fachbereich Pädagogik der Dienste für Menschen mit Behinderung einen fachlichen Standard zum Umgang mit sexuellem Missbrauch. Diese Regelungen beinhalten unter anderem Maßnahmen zur Vorbeugung von sexueller Gewalt und damit ein immer zugängliches Regelwerk, welches Handlungsanweisungen im Verdachtsfall und bei tatsächlich eingetretenem sexuellem Missbrauch gibt. Eingebettet war die Standardentwicklung in die Thematisierung von Sexualität bei Menschen mit Behinderung, unter anderem mittels Gesprächskreise angeleitet von Pro Familia, der Deutschen Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung Schattenriss. der Beratungsstelle gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen in Bremen.

„Dass Gewalt und Missbrauchserfahrungen ständige Bedrohungen im Pflegealltag darstellen, war für uns Anlass genug, präventive Standards zu entwickeln - Standards, die überzeugten“, erklärt Nico Oppel. „Sexueller Missbrauch ist ein Dauerthema, welches man frühzeitig erkennen und gegen das man präventiv vorgehen kann.“

Mit dem Preisgeld soll nun erneut ein Gesprächskreis mit Pro Familia eingerichtet werden.