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Selbstständig leben in Grohn

05.07.2017

Leben in den eigenen vier Wänden – dieser Traum erfüllt sich für acht Bewohnerinnen und Bewohner der Dienste für Menschen mit Behinderung Friedehorst. Im Rahmen des Ambulant Betreuten Wohnens beziehen sie voraussichtlich Ende des Jahres das neue Apartmenthaus in der Färberstraße im Stadtteil Grohn.

Die erste Hürde ist geschafft: Der Rohbau samt Dachstuhl steht und die Dienste für Menschen mit Behinderung feierten diesen Bauabschnitt nun gemeinsam mit Bauherr Walter Krawitz und geladenen Gästen beim Richtfest.

Gebaut wird das Haus vom Bremer Architektenbüro 360Grad/Architektur.
Das modern gestaltete Haus verfügt über insgesamt 16 Apartments, aufgeteilt in zwölf Einzelapartments mit einer Fläche von 28 bis 33 Quadratmetern, drei Doppelapartments á 49 Quadratmetern und einem Doppelapartment á 59 Quadratmetern. Alle Wohnungen besitzen zudem eine Küchenzeile, ausgestattet mit Kochplatten, Kühlschrank, Mikrowelle und Spüle, sowie ein barrierefreies Badezimmer mit Dusche. Ein Fahrstuhl ermöglicht den barrierefreien Zugang zu allen vier Etagen. Im Souterrain befinden sich neben verschiedenen Technik- und Abstellräumen auch ein Gemeinschaftswaschkeller sowie ein gemütlicher Aufenthaltsraum mit Wohnküche und Zugang zur großen Terrasse.

Einen Großteil der insgesamt 16 Wohnungen beziehen mit geistiger und mehrfacher Behinderung, die im Rahmen des Ambulant Betreuten Wohnens von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern begleitet werden. Voraussetzung hierfür ist, dass die Bewohner mit nur stundenweiser Unterstützung leben können. Das Büro der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ambulant Betreuten Wohnens liegt in unmittelbarere Nähe in der Friedrich-Humbert-Straße.


Die Wohnungen plant die Friedehorster Einrichtung an verschiedene Menschen zu vermieten. „Damit gehen wir einen besonderen Schritt. In unserem neuen Wohnhaus möchten wir Inklusion leben – und das jeden Tag. Die Bewohner finden hier in modernen und gemütlichen Wohnungen ihren persönlichen Rückzugsort. Wenn sie Gespräche und Austausch wünschen, gehen sie einfach in den gemütlichen Gemeinschaftsraum, genau wie in einer Wohngemeinschaft. Nur, dass hier jeder seine eigene Wohnung hat, um die er sich selber kümmern muss", erklärt Robert Bau, Geschäftsführer der Dienste für Menschen mit Behinderung.
Auch die künftigen Bewohner freuen sich über ihr neues Domizil. „Der Umzug in das neue Haus bedeutet mir sehr viel. Ich freue mich, dass ich bald eine Wohnung für mich ganz allein habe. Dann kann ich noch mehr selber bestimmen, was ich machen will. Aber ganz allein bin ich ja auch nicht – ich kann mich mit den Betreuern verabreden oder einfach mal bei meinen Nachbarn klopfen", so Ayse Bulut, Klientin des Ambulant Betreuten Wohnens und künftige Bewohnerin der Färberstraße.