Aktuell

Kunsterlebnis für Menschen mit Demenz

23.03.2015

Eine Bewohnergruppe des Friedehorster Almata-Stift hat im Rahmen einer speziell auf Menschen mit demenziellen Erkrankungen ausgerichteten Führung die Kunsthalle Bremen besucht. Im Vordergrund standen dabei die visuelle Wahrnehmung und der Einsatz von Stoffen, Düften und Klängen.

1,3 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Demenz. Um die Erinnerung von Erkrankten zu beleben, bietet die Kunsthalle Bremen spezielle Führungen an, die darauf abgestimmt sind. Ingrid Barthel und Gunda Paul vom Almata-Stift in Bremen-Walle wollten einer Bewohnergruppe eine besondere Freude machen und arrangierten einen Ausflug in die Kunsthalle. Museumsführer Rainer Kosubek: „Bei diesen Führungen geht es darum, Anregungen für demenziell Erkrankte zu geben und mit verschiedenen Motiven an ihre Erinnerungen anzuknüpfen.“ Die Kunst wird dabei zur Wiederherstellung der eigenen Erfahrung und Biografie eingesetzt.

 


 

Rainer Kosubek bei der Museumsführung im Kreise der Besucher aus dem Friedehorster Almata-Stift

 

Rainer Kosubek zeigte der Bewohnergruppe des Almata-Stift zunächst ein Stillleben von Max Slevogt, das eine Schale Erdbeeren zeigt. „Wie haben Sie früher Erdbeeren am liebsten gegessen“, fragte Kosubek in die Runde. „Pur“, „mit Zucker“ oder „am liebsten mit Sahne“ erinnerten sich die sechs Bewohnerinnen. Auch Monets Klassiker der „Camille“ stand auf dem Programm: Museumsführer Kosubek reichte verschiedene Stoffe herum – „erinnern Sie sich an die Zeit, als Sie 18 waren, haben Sie da auch solche Kleider getragen?“ Einige Bewohnerinnen konnten sich nicht nur an ihre eigene Mode erinnern, sondern auch an ihre Näherfahrungen. Zum Schluss stellte die Bewohnergruppe des Almata-Stifts ein Gemälde von Lovis Corinth nach, bei dem sie verschiedene Instrumente bedienen und Tierstimmen imitieren sollten. Die Seniorinnen freuten sich über die gelungene Führung und versprachen im Herbst auf jeden Fall wiederzukommen.