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Friedehorst feiert 70-jähriges Bestehen

28.09.2017

Mit einem großen Festakt hat die Stiftung Friedehorst am 19. September ihr 70-jähriges Bestehen gefeiert. Rund 180 Gäste waren an diesem Tag nach Bremen-Lesum gekommen, um ihre Glückwünsche zu überbringen – darunter Vertreter aus Bürgerschaft, Beirat und Behörden, der Bremischen Evangelischen Kirche, der Diakonie und der Bewohner und Heimbeiräte sowie natürlich Freunde, Unterstützer und Wegbegleiter der Stiftung. Unter den Gästen waren auch drei Zeitzeugen, die Friedehorst bereits seit den Anfangsjahren kennen.

Pastor Michael Schmidt und Onno Hagenah vom Friedehorst-Vorstand führten die Gäste des Festaktes durch das Programm und nutzten die Gelegenheit, noch einmal auf die wichtigsten Stationen der

Stiftung zurückzublicken. Dass es Friedehorst in seiner heutigen Form gibt, ist vor allem dem Amerikaner Eldon Ray Burke zu verdanken, der sozusagen in letzter Sekunde die Sprengung der 25 Wehrmachtsgebäude in Lesum verhinderte. Burke sorgte dafür, dass aus dem amerikanischen Hospital schließlich ein Krankenhaus mit Reha-Zentrum entstand. Der 19. September 1947 war für Friedehorst ein wegweisendes Datum, denn an diesem Tag wurde die Einrichtung mit dem damaligen Namen „Friedehorst – Vereinigte Anstalten der Inneren Mission“ gegründet.

Michael Schmidt und Onno Hagenah verwiesen in ihrer Ansprache noch einmal auf das besondere Engagement von Pastor Bodo Heyne, Pastor Heinrich Johannes Diehl und Eldon Ray Burke, die als Gründerväter von Friedehorst gelten. „Ihm wissen wir uns bis heute verpflichtet“, sagte Schmidt über Burke. „Wir sind noch immer beeindruckt von der Tatkraft dieses Mannes.“

Im Rahmen des Festaktes bekamen mehrere Wegbegleiter der Stiftung die Gelegenheit, die Bedeutung und Besonderheiten von Friedehorst zu betonen. Als erster Redner war Christian Weber, Präsident der Bremischen Bürgerschaft und Schirmherr der Veranstaltungsreihe „Literarische Kostbarkeiten“, an der Reihe. Weber berichtete von seiner Kindheit und wie er gemeinsam mit seiner Mutter nach Ende des Zweiten Weltkriegs Care-Pakete in den Flüchtlingslagern der Amerikaner entgegennahm. Über Friedehorst sagte er: „Ich finde es schön, dass es dieses riesige Areal gibt und bin jedes Mal beeindruckt, mit welcher Empathie und Herzenswärme hier den Menschen begegnet wird.“ Die Stiftung sei für ihn „ein Kleinod, um den Menschen zu helfen und etwas Gutes zu tun“.

Vor allem die Kirche, die Gründer Eldon Ray Burke schon damals mit offenen Ohren begegnete, hat in der Historie von Friedehorst einen besonderen Stellenwert. So fand auch Edda Bosse, Präsidentin der Bremischen Evangelischen Kirche, lobende Worte für das 70-jährige Bestehen der Stiftung. Behinderte, verunfallte oder alte Menschen benötigten eine Heimat, die sie in Lesum fänden: „Auf Zeit oder für immer – ich spüre, dass Friedehorst Heimat ist“, sagte Bosse. Dem Leitgedanken „Der Mensch im Mittelpunkt“ schloss sich auch Manfred Meyer, Landesdiakoniepastor und Vorstand des Diakonischen

Werks Bremen, in seiner Rede an: „Sie machen die Nächstenliebe erlebbar.“ Pastor Michael Schmidt kam trotz der vielen lobenden Worte auch auf das Krisenjahr 2013 zu sprechen: „Es hat nicht nur Höhen gegeben. Manchmal haben wir die Orientierung ein wenig verloren.“ Man habe sich dennoch immer auf den Leitsatz der Nächstenliebe besonnen und werde dies auch weiterhin konsequent verfolgen, machte Schmidt in seiner Ansprache deutlich. Pastor Walter Weber, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Friedehorst, betonte in diesem Zusammenhang die solidarische Haltung der Belegschaft, die zeitweise auf einen Teil ihrer Leistungen verzichtete.

Neben den Redebeiträgen der Wegbegleiter wurde der Festakt von zwei kreativen Programmpunkten ergänzt: Bewohner des Freizi hatten ebenso eine Performance vorbereitet wie die Schüler des Nebelthau-Gymnasiums, die einen Ausschnitt aus ihrem diesjährigen Martin Luther-Musical zeigten. Nach dem offiziellen Teil hatten die Gäste noch Gelegenheit, bei einem kleinen Mittagsimbiss miteinander ins Gespräch zu kommen und ihre persönlichen Erinnerungen an Friedehorst zu teilen.

 

 

 

 

 

 

Am Nachmittag kamen schließlich auch die Bewohner, Rehabilitanden, Internatsgäste, Umschüler und Angehörige zusammen, um mit einem eigenen Fest das 70-jährige Bestehen der Stiftung zu feiern. Rund 350 Gäste waren gekommen, um sich das Programm des Bewohnerfestes anzuschauen. Unter den aufgetretenen Künstlern waren beispielsweise die Bremer Klinikclowns, die Trommelgruppe des Freizi sowie Jonny Glut, der maritime Geschichten und Lieder vortrug. Musikalische Unterhaltung gab es auch von „The Boppin Blue Cats“ und der BFW-Band „Undervoice“. Das Programm kam bei den Gästen sehr gut an, was zu einer heiteren Stimmung beitrug. Während der musikalischen Auftritte blieb kein Tanzbein still und so wurde bis 21 Uhr ausgiebig gefeiert.