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Nebelthau-Gymnasium ist ab sofort eine „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“

30.09.2016

Ausgrenzung, Diskriminierung oder Rassismus – diese Dinge haben am Nebelthau-Gymnasium keinen Platz. Um dies deutlich zu zeigen, ist das evangelische Gymnasium der Stiftung Friedehorst ab sofort Mitglied im Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage". Linda Blöchl von der Landeszentrale für politische Bildung und Landeskoordinatorin für „Schule ohne Rassismus" überreichte in einer Feierstunde den Zwölftklässlern Lina Burdorf, Marco Bode und Lucas Wetekam stellvertretend für die Schule die Urkunde. Mit der Aufnahme in das Netzwerk hat sich das Nebelthau-Gymnasium dazu verpflichtet, sich künftig aktiv gegen jede Form von Diskriminierung einzusetzen. „'Schule gegen Rassismus' ist ein Titel, aber gleichzeitig auch eine Selbstverpflichtung für die Zukunft: Hier ist kein Raum für Ausgrenzung und Diskriminierung", betonte Linda Blöchl bei der Übergabe. Als Projektpaten konnten die Schüler den Schwaneweder Handball-Europameister Finn Lemke gewinnen, der eine Videobotschaft an die Schülerinnen und Schüler schickte.

Insgesamt 34 Schulen in Bremen und 2200 in ganz Deutschland gehören zu der Initiative, die 1988 von belgischen Schülerinnen und Schülern entwickelt wurde, mit dem Ziel, sich auch praktisch für eine offene Auseinandersetzung mit Diskriminierung stark zu machen. Mittlerweile gibt es weitere nationale Koordinierungsstellen in den Niederlanden, Deutschland, Österreich und Spanien. In Deutschland ist „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" ein Projekt des Vereins Aktion Courage e. V und wurde im Juni 1995 ins Leben gerufen.
Die Aufnahme in das Netzwerk ist mit verschiedenen Aufgaben verbunden, die der jetzige Jahrgang 12 seit Schuljahr 2015/16 bearbeitet hat. Neben der aktiven Werbung für das Projekt galt es, dass mindestens 70 Prozent der Schulgemeinschaft die Selbstverpflichtung unterschreiben. Zudem mussten die Antragssteller einen Paten finden, der sie und ihr Projekt unterstützt sowie eine feierlichen Rahmen für die Übergabe zu entwickeln. Das haben die Schülerinnen und Schüler mit Bravour gemeistert.

Finn Lemke, der derzeit beim SC Magdeburg Handball spielt, hat keine Sekunde gezögert, als er gefragt wurde, ob er für das Nebelthau-Gymnasium Projekt-Pate werden möchte. Leider konnte er bei der Vergabe nicht persönlich anwesend sein, schickte aber eine Videobotschaft. „In unserer Mannschaft sind Spieler aus neun verschiedenen Ländern vertreten, nur drei Spieler sind in Deutschland geboren. Da helfen Vorurteile und Stereotypen nicht, wenn man zusammen eine Mannschaft formen will." Auch die Olympischen Spiele sind laut Lemke ein gutes Beispiel für Toleranz. „Ich war kürzlich bei den Olympischen Spielen dabei, Athleten aus aller Welt kamen hier zusammen und haben für eine Idee gelebt und gekämpft, nämlich gemeinsam sportliche Höchstleistungen zu erbringen. Alle können zusammen leben, wenn sie nur wollen."

Anlässlich der Feierstunde haben zwei Schülerinnen der Jahrgangsstufe 11 einen Poetry Slam zu dem Thema vorgetragen. „Also fang jetzt an, an dich selbst zu glauben. Alle Menschen sind perfekt unperfekt", stellten sie dabei fest. Tatjana Dreiling, die das Projekt als Lehrerin begleitet, hat in ihrer Rede über die verschiedenen Aktionen gegen Rassismus berichtet, an denen sich das Nebelthau-Gymnasium bereits beteiligt hat. So hat die Schule an der Aktion „1000 Zeichen für Demokratie" teilgenommen und unterstützt Flüchtlinge in der Kaserne Schwanewede. Auch künftig planen die Schülerinnen und Schüler weitere Aktionen wie einen Poetry Slam zu dem Thema.

Eine Besonderheit der Feierstunde war zudem ein großes internationales Buffet, das Speisen aus Ländern wie Indien, der Türkei, Mexiko, den Niederlanden oder dem asiatischen Raum enthielt. Die Organisatoren haben hierfür im Vorfeld alle Klassen aufgerufen, sich kulinarisch für ein Land zu entscheiden und landestypische Gerichte mitzubringen. „Das Miteinander geht am besten beim Essen, denn beim Essen gibt es keine Barrieren", stellte Tatjana Dreiling fest.