Geschichte (1962 bis 2004)

Vom Verein zum modernen Unternehmen

Im Jahr 1964 wurde die ursprüngliche Ausbildung von körperbehinderten jungen Menschen auf eine andere Einrichtung übertragen. Friedehorst richtete statt dessen erfolgreich ein Berufsförderungswerk für Umschulungsmaßnahmen in Ergänzung zu den bisherigen Möglichkeiten zur beruflichen Rehabilitation ein. Ein Internat wurde für die Schüler eingerichtet, das Lehrlingsheim in ein Wohnheim für körperbehinderte Erwachsene umgewandelt. Arbeitswerkstätten zur Entwicklung von handwerklichen und kreativen Fähigkeiten wurden diesen Menschen zur Verfügung gestellt.

Außenansicht von Haus 18Ein modernes, neues Gebäude für die Altenpflege wurde 1974 gebaut. Hierbei wurden moderne Kenntnisse zum Pflegen älterer Menschen umgesetzt, was ein großes positives Echo fand.

Das Kuratorium Deutsche Altershilfe erkannte das Haus als Modellprojekt an und unterstützte die Einrichtung finanziell. Zur gleichen Zeit wurden die weiteren bestehenden Pflegestationen umgebaut und neu ausgestattet.

Von 1980 bis 1984 war Pastor Dr. Klaus Löwer Vorsteher von Friedehorst. Im März 1985 wurden die bestehenden drei Bereiche zur Pflege älterer Menschen, zur Unterstützung behinderter Menschen und zur beruflichen Rehabilitation durch eine zusätzliche Einheit erweitert: durch ein Neurologisches Rehabilitationszentrum für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Aufgrund seiner erfolgreichen Arbeit hat diese Spezialklinik für gehirngeschädigte junge Menschen bundesweit große Anerkennung erfahren. 1997 wurde dessen Gebäude vergrößert, um die Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern, und eine Station zur Frührehabilitation eingerichtet.

Ebenfalls 1985 übernahm Pastor Johann Jakob Münden das Amt des Vorstehers. Ab 1992 unterstützte ihn Herr Karl-Heinz Dekreon als Verwaltungsleiter. Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1996 war Pastor Mündens Amtszeit vor allem durch Umstrukturierung von Leitungsfunktionen gekennzeichnet. Wichtige Managementaufgaben wurden dezentralisiert und an die Leiter des jeweiligen Bereichs übertragen, um zusätzliche Entwicklungspotenziale freizusetzen.

Diese Veränderungen umfassten auch die Ergänzung der Ausbildungsmöglichkeiten im Berufsförderungswerkes durch kaufmännische Trainingsmöglichkeiten, durch Anpassung des Ausbildungsumfangs für gewerblich-technische Berufe an die aktuellen Erfordernisse des Arbeitsmarktes, durch die Integration der Altenpflegeschule in das Berufsförderungswerk genauso wie durch die Entwicklung von Integrations- und Fördermaßnahmen für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen und anderen besonderen Problemen auf dem Arbeitsmarkt.

Außenansicht der Tagesförderstätte Im Behindertenbereich wurden die traditionellen Heimstrukturen vollkommen verändert, um den Menschen individuelle Entwicklung und soziale Integration zu ermöglichen. Heute leben die Bewohner und Bewohnerinnen in überschaubaren, häuslichen Gemeinschaften und externen Wohngruppen in verschiedenen Bremer Stadtteilen. Die therapeutischen Werkstätten wurden in eine Tagesförderstätte umgewandelt, die neben handwerklichen Arbeiten intensive therapeutische und soziale Förderprogramme anbietet.

Die Einrichtungen für ältere Menschen wurden ebenfalls in zeitgemäße Wohnformen umgewandelt. Eines der Häuser wurde in ein modernes Appartementgebäude umgewandelt, in dem ältere Menschen eigenständig, mit der Möglichkeit von Serviceleistungen wohnen können. Die Kurzzeitpflege wurde ebenfalls in das Friedehorster Angebot aufgenommen. Der ambulante Pflegedienst „Die Pflege“ bietet fachgerechte Hilfe für pflege- und betreuungsbedürftige Menschen in ihren eigenen vier Wänden.

Pastor Dr. Georg-Hinrich Hammer wurde im September 1996 Vorsteher und Vorsitzender der Geschäftsleitung von Friedehorst. Unter seiner Führung wurden neue, spezialisierte Geschäftsbereiche entwickelt, durch die zahlreiche weitere Arbeitsplätze entstanden.

In der jüngeren Vergangenheit richtete Friedehorst die Abteilung für neurologische Schwerstpflege „ViaVita“ (eine Station für Wachkomapatienten) und ein Kinderhaus (ein Haus für sieben Kinder mit Behinderungen in einer familiär geprägten Nachbarschaft) ein. Im Jahr 2000 wechselte die orthopädische Klinik des Diakonissenmutterhauses seinen Standort und schaffte dadurch Raum für neue Projekte in Friedehorst, so auch für ein Haus mit Service-Wohnungen älterer Menschen.

Vorderansicht des Almata-Stifts2003 wurden das Almata-Stift (ein Haus zur Pflege älterer Menschen mit neuartiger Konzeption), neue Wohnungen für Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen sowie das Bodo-Heyne-Haus für Menschen mit Behinderungen und Menschen mit Korsakow-Syndrom gegründet. Seit 1997 dehnte das Berufsförderungswerk das berufliche Trainings- und Beratungsangebot sowie einige spezielle Integrationsprogramme in den ganzen Nordwesten Deutschlands (Bremen, Bremerhaven, Stade, Verden, Oldenburg, Wilhelmshaven, Leer, Lingen und Osnabrück) aus. Das Friedehorster Berufsförderungswerk hat als erstes in Deutschland dezentrale Förder- und Trainingsangebote in einer größeren Region (Elbe/Ems) geschaffen. Eines seiner Gebäude in Bremen-Lesum erhielt 2004 den Namen des Initiators von Friedehorst: Eldon-Burke-Haus.