Reha-ABC

a-, an-  

(Vorsilbe:) ohne, nicht

Abduktion

Wegführen von der Mittellinie, Abspreizung (Ggs. -> Adduktion)

Abduzensparese

Schädigung des VI. Hirnnerven, dadurch Lähmung eines Augenmuskels, Blick nach außen gestört und/oder Auge nach innen abgewichen, verursacht Doppelbilder

Adduktion Hinziehen zur Mittellinie des Körpers (Ggs. -> Abduktion)
ADL Activities of Daily Living (lebenspraktisches Training)
afferent Erregungsleitung von der Peripherie zum Zentralnervensystem (Ggs. -> efferent)
Agnosie Störung der Fähigkeit, wahrnehmbare Gegenstände zu erkennen, bei intakter Funktion der Sinnesorgane (Auge, Ohr, Tastorgane der Haut)
Agrammatismus Fehlen von Funktionswörtern (Artikel, Pronomina, Präpositionen, Vorsilben), Aneinanderreihung von Inhaltswörtern (Substantive, Verben, Adjektive), dadurch sog. Telegrammstil
Agraphie Verlust der Schreibfähigkeit
Akkomodationsparese Anpassung der Pupille (z.B. Engstellung auf Lichteinfall ist gestört durch Lähmung
Alexie Unfähigkeit zu lesen bei erhaltener Sehfähigkeit, Lesesinnverständnis gestört
Alpha-Motoneuron Nervenzelle der Arbeits- und Bewegungsmuskulatur
Amnesie Gedächtnisverlust, Erinnerungslücke
Anosognosie Unfähigkeit, zerebrale Ausfälle am eigenen Körper zu erkennen, z.B. Halbseitenlähmungen (vgl. -> Agnosie)
Aphasie

Störung von Sprachproduktion und/oder Sprachverständnis bei erhaltener Funktion der zum Sprechen benötigten Muskulatur

Formen der Aphasien:
Amnestische Aphasie
Wortfindungsstörung, Worte werden umschrieben
Globale Aphasie
schwere Störung des Sprachverständnisses und der Sprachproduktion; es werden z.B. nur noch einzelne Silben hervorgebracht
BROCA-Aphasie (Motorische Aphasie)
Sprachhemmung, -> Agrammatismus mit Telegrammstil, Wortfindungsstörungen und Fehlbenennungen
WERNICKE-Aphasie (Sensorische Aphasie)
Verschränkungen von Sätzen und Satzteilen, in schweren Fällen verstärkter Rededrang, entstellte Sprache u.U. bis hin zu einer Art „Privatsprache“ (-> Jargon-Aphasie)

Aphonie Stimmlosigkeit
Apraxie  

Störung von Handlungs- und Bewegungsabläufen und Unfähigkeit, sinnvolle und zweckentsprechende Bewegungen auszuführen trotz voll erhaltener Funktionstüchtigkeit von Nerven und Muskeln des Bewegungsapparates

Formen der Apraxien:
Ideomotorische Apraxie
Unfähigkeit, nach Aufforderung Gesten oder zweckgebundene Bewegungen auszuführen
Ideatorische Apraxie
Unfähigkeit, durch den Gebrauch von Gegenständen in logisch aufeinanderfolgenden Handlungsschritten ein bestimmtes Ziel zu erreichen
Gliedkinetische Apraxie
Unfähigkeit, bei erhaltenem gedanklichen Handlungsentwurf und intakter Motorik geeignete Muskelgruppen für präzise, geschickte Bewegungen zu innervieren obwohl Handlungskonzept und motorisches Erinnerungsbild erhalten sind 

Arbeitstherapie In der Arbeitstherapie werden die Rahmenbedingungen der Arbeitswelt ausschnittsweise nachgebildet, um ein nach diagnostischen und therapeutischen Gesichtspunkten individuell dosiertes Übungsfeld zu schaffen; Arbeitstherapie nutzt Arbeit als Therapeutikum; sie soll Belastung, Beanspruchung, Durchhaltevermögen, psychische Stabilität, Gruppen- und soziale Anpassungsfähigkeiten fördern und Krankheits- und Behinderungsfolgen beseitigen oder vermindern.
Asphyxie Atemlähmung
Assoziationsfelder Hirnareale, die Wahrnehmungs- und Bewegungsinformationen verknüpfen
assoziierte Bewegungen identische Bewegungen beider Extremitäten, wobei eine Gliedmaße die Aktivität der anderen auf der gegenüberliegenden Seite des Körpers verstärken will bzw. unbewusste, aber willkürlich zu beeinflussende Mitbewegung eines anderen Körperteils (z.B. „mit der Zunge schreiben“ - nicht pathologisch)
assoziierte Reaktionen unwillkürliche Mitbewegungen einer Muskelgruppe bei Anspannung anderer Muskeln bzw. nicht beeinflußbare Muskelaktivität im pathologischen Muster als begleitende Reaktion zu einer willkürlichen Bewegung, z.B. positive Stützreaktion Fuß, Handgreifreaktion, Flexorenzug, Extensorenstoß
ataktisch mit unregelmäßigen, unkoordinierten Bewegungen
Ataxie Störung der Bewegungskoordination, des geordneten Zusammenwirkens von Muskelgruppen mit der Folge, dass z.B. der Gang torkelnd wirkt (Gangataxie), der Stand unsicher (Standataxie), das zielgerichtete Bewegen der Extremitäten nicht mehr sicher ist
Athetose Bewegungsstörung mit überschießenden unwillkürlichen Bewegungen, äußert sich in unregelmäßigen Schwankungen der Muskelspannung, die zu Schwierigkeiten mit der Einnahme und Bewahrung bestimmter Körperhaltungen sowie zu unkontrollierten ausfahrenden und mitunter bizarren oder wurmförmigen Bewegungen betont am körperfernen Ende der Gliedmaßen führt (vgl. -> Chorea)
Ausgangsstellung Position, aus der heraus Bewegungen angebahnt werden:
tiefe Position
Rückenlage, Bauchlage, Seitenlage, Vierfüßlerstand, Kniestand
hohe Position
Sitz, Stand, Gehen; je höher die Position, desto mehr Ausei-nandersetzung mit der Schwerkraft
Basale Stimulation Methode zur Förderung schwer beeinträchtigter Patienten über elementare Wahrnehmungsangebote Kontaktmöglichkeiten mit ihrer Umwelt
Basalganglien Stammganglien
BOBATH-Konzept ganzheitliches physiotherapeutisches Konzept zur Behandlung von Menschen mit cerebralen Bewegungsstörungen
caudal fußwärts (steißwärts); (Ggs. -> cranial) 
cerebellar das Kleinhirn betreffend
Cerebellum Kleinhirn
cerebral das Großhirn betreffend
Cerebrum Großhirn
Chorea Bewegungsstörungen mit überschießenden, unwillkürlichen Bewegungen von raschem, „blitzartigen“ Charakter, vorwiegend rumpfnah auftretend (vgl. -> Athetose)
Circumduction kompensatorisches Hochziehen der betroffenen Beckenseite während der -> Spielbeinphase; das betroffene Bein wird über Außendrehung, Abspreizung und Beckenhochziehen nach vorne „geschleudert“
Cortex Großhirnrinde
cortical die Großhirnrinde betreffend
CP Cerebralparese
cranial kopfwärts (Ggs. -> caudal)
cranio-caudal von oben nach unten (vgl. ->  caudal,  -> cranial)
Diadochokinese schnelle Bewegungsrichtungsänderung,  -> Pronation/ -> Supination
Diparese Bewegungsstörung der unteren (oder oberen) Extremitäten
Diplegie ausgeprägte Bewegungsstörung der Beine, die stärker betroffen sind als der Rumpf
Diplopie Doppeltsehen, z.B. bei Augenmuskellähmungen
Distal vom Rumpf entfernt (Ggs. -> proximal)
Distorsion Verstauchung, Verrenkung
dorsal  hinten, rückseitig, zur Rückseite hin (dorsum Rücken), (Ggs. -> ventral)
dys-   (Vorsilbe:) abweichend von der Norm, schlechte, gestörte Funktion bezeichnend
Dysarthrie Störung der Aussprache, zentrale Beeinträchtigung von Artikulation, Atmung und Stimmgebung z.B. durch Lähmung der Sprechmuskulatur
Dysmetrie falsche Abmessung von Zielbewegungen
Dysphasie unvollständiger Sprachverlust, zentrale Sprachschwäche (wird manchmal für Aphasie benutzt)
Dysphonie Stimmstörung; die Stimme ist z.B. heiser, rauh, unrein, belegt; entsteht bei Kehlkopferkrankungen, zentralen Schädigungen, fehlerhaftem Stimmgebrauch
Elevation Anhebung
Enzephalitis Gehirnentzündung 
Extension Streckung (Ggs. -> Flexion)
Extensionsmuster Streckmuster, überwiegend an der unteren Extremität, alle Gelenke der Beine sind gestreckt, Spitzfuß, u.U. Überkreuzen der Beine
Extensor Strecker
extrapyramidal außerhalb der Pyramidenbahn - unwillkürliche, nicht bewusst gesteuerte Bewegungen
Facialisparese Gesichtslähmung durch Schädigung des VII. Hirnnerven, meist einseitig, Gesicht wird schief
Facilitation Bahnung aktiver, normaler Bewegung bzw. selektiver Bewegungsmuster
Flexion Beugung (Ggs. -> Extension)
Flexionsmuster Beugemuster vor allem an den oberen Extremitäten, alle Gelenke im Arm sind gebeugt
fluktuierend schwankend
Formatio reticularis netzförmiges Funktionsgebilde, das sich vom Stammhirn bis ins Mittelhirn zieht
frontal an der Stirn, vorn, im Bereich des Stirnhirns
FROSTIG-Programm visuelles Wahrnehmungstraining nach Marianne FROSTIG; es teilt sich auf in fünf Bereiche:
Visuomotorische Koordination,
Figur-Grund-Wahrnehmung
Wahrnehmungskonstanz,
Wahrnehmung der Raumlage,
Wahrnehmung räumlicher Beziehungen
Gamma-Motoneuron Nervenzelle der Stütz- und Haltungsmotorik
Gleichgewichtsreaktionen automatische Reaktionen, um den Körper in verschiedenen Ausgangsstellungen in der Balance zu halten bzw. um die Balance wiederzuerlangen
Grand mal großer generalisierter epileptischer Anfall
Graphomotorik Bewegungen des Schreibflusses
Gyrus Hirnwindung, Wulst:
Gyrus postcentralis
sensorische Hirnwindung hinter der Zentralfurche
Gyrus praecentralis
motorische Hirnwindung vor der Zentralfurche 
Haltungsmuster Gewohnheitsposition in verschiedenen Lagen (z.B. Sitz, Rückenlage etc.), hier oft tonusbedingt
Hemianopsie Sehstörung, wobei eine Hälfte des Gesichtsfeldes fehlt; die Hemianopsie ist entweder gleichseitig, homonym (auf der rechten oder linken Seite des Gesichtsfeldes beider Augen) oder heteronym (die beiden nasalen oder Schläfenhälften betreffend)
Hemiparese halbseitige Bewegungsstörung
Hemiplegie vollständige Halbseitenlähmung, motorische Lähmung einer Körperseite infolge eines Krankheitsherdes im Gehirn, z.B. Blutungen bei Schlaganfall; betroffen sind auch Gesichts- und Zungenmuskulatur
Hinterseitenstrangbahn Leitungsbahn für Tiefensensibilität und Lageempfindungen im Rückenmark
Hyperkinesie übermäßige Bewegungstätigkeit, überschießende unwillkürliche Motorik
Hyperthyreose Überfunktion der Schilddrüse
Hypertonus, Hypertonie
1) erhöhter Spannungszustand der Muskulatur
(Ggs. -> Hypotonus)
2) erhöhter Blutdruck (arterielle Hypertonie)
Hypothyreose Unterfunktion der Schilddrüse
Hypotonus, Hypotonie 1) reduzierter Spannungszustand der Muskulatur (Ggs. -> Hypertonus)
2) niedriger Blutdruck
hypoxisch durch Sauerstoffverminderung im Blut bedingt
ICP Infantile Cerebralparese
Ikterus Gelbsucht
inferior unten liegend
Inhibition Hemmung (z.B. pathologischer Muster oder Reflexe)
Innervation 1) Nervenerregung oder 2) Nervenversorgung eines Muskels oder einer Muskelgruppe
Integration Einordnung in Gesamtkonzept
Intentionstremor feinschlägiges Zittern, welches sich im Verlauf einer Zielbewegung verstärkt
interior innen liegend
intermodal mehrere Modalitäten betreffend (z.B. Arten der Sinneswahrnehmung: Sehen, Hören, Riechen usw.)
intramodal nur eine Modalität (z.B. der Sinneswahrnehmung) betreffend
Jargon Rededrang, entstellte Sprache, Unsinnswörter (vgl. -> Aphasie)
Kinästhesie Bewegungsempfindung, Qualität der Tiefensensibilität
Klonus durch einen raschen Dehnungsreiz auslösbare rhythmische Kontraktion von Muskelgruppen; Steigerung von Eigenreflexen führt zum Klonus, dabei unterscheidet man den erschöpflichen (bei der Prüfung langsam verschwindenden) und den unerschöpflichen (bei der Prüfung rhythmisch weiterschlagenden) Klonus - sog. Pyramidenbahnzeichen
kognitiv erkenntnismäßig
Kokontraktion die gleichzeitige Zusammenziehung aller Muskeln, die an einem Gelenk ansetzen und dieses dadurch stabilisieren
Konfabulation durch Erinnerungstäuschung bedingte Darstellung vermeintlich erlebter Vorgänge
Kontraktion Zusammenziehung eines Muskels
kontralateral auf der entgegengesetzten Seite, gekreuzt (Ggs. -> ipsilateral)
Kontusion Gehirnquetschung
Konvergenzparese die Augen können sich zum näheren Betrachten eines Gegenstandes nicht nach innen bewegen
Koordination harmonisches Zusammenwirken von Muskeln und Bewegungen
Körperwahrnehmung 

Elemente der Körperwahrnehmung aus der Definition nach -> FROSTIG sind:
Körperbegriff
Kenntnis des eigenen Körpers, beinhaltet das Wissen um die anatomische Gestalt und die Körper-funktionen
Körperimago/Körperbild
Summe aller auf den Körper bezogenen Empfindungen, der Körper, wie er sich anfühlt
Körperschema
Wahrnehmung und Bewusstsein des eigenen Körpers im Raum und der Beziehung seiner Teile zueinander, Raumlagebefindlichkeit des Körpers, Bewegungsplan

Läsion Verletzung, Schädigung
lateral seitwärts, seitlich (Ggs. -> medial)
Lateralpräferenz Seitenbevorzugung z.B. Rechts- oder Linkshändigkeit
Limbisches System verbindendes Funktionsgebiet zwischen Hirnstamm und Großhirn, koordiniert u.a. Motivation und Emotionen
Massensynergie Zusammenwirken von Muskeln in -> pathologischen Bewegungsmustern bei dem Versuch der Willkürbewegung (z.B. nach etwas greifen oder zugreifen)
MCD minimale cerebrale Dysfunktion
medial zur Mitte hin, mittig (Ggs. -> lateral)
Medulla oblongata verlängertes Mark
Metabolismus Stoffwechsel
Mirroring Test zur Prüfung der Tiefensensibilität durch spiegelbildliche Haltungen bzw. Bewegungen, z.B.: rechter Arm wird passiv im Raum eingestellt, der Patient wird aufgefordert, den linken Arm mit geschlossenen Augen spiegelgleich einzustellen
modal die Art und Weise (z.B. der Sinneswahrnehmung) bezeichnend
monosynaptischer Reflex Streck- und Haltungsreflex, der (anders als ein polysynaptischer Reflex) über nur eine Synapse geschaltet wird
Muskeln wichtige Muskeln sind z.B.:
Biceps: vorderer Armmuskel
Pectoralis: Brustmuskel
Latissimus dorsi: großer Rückenmuskel
Quadratus lumborum: rückwärtige und seitliche Rumpfsicherung
Glutaeus: Gesäßmuskel
Ischiocrurale Muskulatur: rückseitige Oberschenkelmuskulatur
Quadriceps: vordere Oberschenkel-muskulatur
Gastrocnemius: Wadenmuskel
Neglect Vernachlässigung, Nichtbeachten einer Raum- und Körperseite
Neologismus Wortneuschöpfung: Laut-kombinationen, die in unserem Wort-schatz nicht vorkommen, z.B. Schnufte statt Rollschuh
Nystagmus Augenzittern, rhythmisches Zucken der Augäpfel
Oberflächensensibilität -> Sensibilität
occipital den Hinterkopf bzw. die hinteren Hirnregionen betreffend
Ophthalmoplegie Blicklähmung
Opisthotonus tonische Überstreckung des Kopfes mit folgender Überstreckung der gesamten Wirbelsäule
palmar in Richtung der Handinnenfläche
Paragrammatismus lange komplexe Sätze mit vielen Satzverschränkungen bzw. Verdoppelungen von Satzteilen sowie Satzabbrüchen
Paralyse komplette Lähmung
Paraphasie Sprachstörung, die durch Verwechslung von Worten, Silben und Buchstaben gekennzeichnet ist (-> Aphasie)
Paraplegie Lähmung beider Beine durch Querschnittsläsion
paravertebral neben der Wirbelsäule
Parese Teillähmung
parietal zum Scheitelbein gehörig, die Scheitellappen des Gehirns betreffend
pathologische Bewegungsmuster
aufgrund der Spastik erfolgt eine Bewegung in einem immer gleich ablaufenden Muster (-> Massensynergien)
peripher außen, am Rande, weg oder fern vom Zentrum (Ggs.  ->  zentral)
Peronaeusparese Fußheberschwäche 
Perseveration Haftenbleiben an vorher benutzten Bewegungen, Worten, Lauten etc.
Perzeption Wahrnehmung, allgemeine und umfassende Bezeichnung für den Prozess des Informationsgewinns aus Umwelt- und Körperreizen (äußere und innere Wahrnehmung) einschließlich der damit verbundenen emotionalen Prozesse und der durch Erfahrung und Denken erfolgenden Modifikation
phonematische Paraphasie lautliche Veränderung eines Wortes durch Ersetzen, Auslassen, Umstellen oder Hinzufügen einzelner Laute, z.B. Top statt Tor (vgl. -> semantische Paraphasie)
Placing Fähigkeit, eine Bewegung jederzeit abzustoppen und die Extremität in der Stellung zu halten
Plegie motorische Lähmung ganzer Gliedmaßen
Plexusparese periphere Störung eines Nervengeflechts, z.B. Armplexusparese
PNF Propriozeptive Neuromuskuläre Faci-litation: diagonale Bewegungsmuster, die unter Hinzunahme von propriozep-tiven Reizen (Druck/Zug) ausgeführt werden; durch das diagonale Arbeiten entsteht eine Kraftentwicklung über mehrere Muskelgruppen und gewährleistet somit eine automatische Unterstützung/Kraftaufbau von spastischen/schwachen Muskeln
Polyneuritis Entzündung mehrerer Nerven
Polyradikulitis Entzündung mehrerer Nervenwurzeln
polysynaptischer Reflex (anders als ein monosynaptischer Reflexe) über mehrere Synapsen geschalteter Reflex (Fremdreflex, Schutzreflex)
Pons Brücke, u.a. Kreuzungsstelle der Pyramidenbahn
Position -> Ausgangsstellung
posttraumatisch nach der Verletzung, als Verletzungsfolge
posturale Kontrolle Gesamtsteuerung der Körperlage
progredient fortschreitend
Pronation Einwärtsdrehung des Armes
Propriozeptoren Fühler für Druck- und Lagegefühl in Gelenken, Sehnen und Muskeln
protrahiert 1) vorgezogen, 2) verzögert
proximal dem Körperzentrum nahe (Ggs. -> distal; vgl. -> Richtungsbezeichnungen)
Pyramidenbahn absteigende Leitungsbahnen vom Gehirn zu den Muskeln (erstes motorisches Neuron)
Pyramidenbahnzeichen Symptome bei Läsion des ersten motorischen Neurons (Spastik und pathologische Reflexe wie z.B. der Babinski-Reflex)
radial daumenwärts (Ggs. -> ulnar)
Reaktion Gegenwirkung
Reflex unwillkürlich und regelhaft ablaufender Vorgang als Antwort auf einen Reiz, z.B. Muskelkontraktion
Reflexaktivitäten viele Reflexaktivitäten sind bis zum dritten Lebensmonat physiologisch vorhanden, ein späteres Auftreten ist pathologisch, z.B. ATNR Asymmetrisch-tonischer Nackenreflex, STNR Symmetrisch-tonischer Nackenreflex, TLR Tonischer Labyrinthreflex
retrahiert zurückgezogen
retrograde Amnesie fehlende Erinnerung in Bezug auf die Ereignisse vor der Schädigung (vgl.-> Amnesie)
Retroversion retro=zurück(liegend), versio=Neigung
Rezeptor Reizempfänger
Rhinophonie Näseln
Richtungsbezeichnungen am Körper
Rumpf:
ventral: vorn, bauchwärts
dorsal: hinten, rückenwärts
Extremitäten:
proximal: rumpfnah z.B. Knie
distal: rumpffern z.B. Füße
rigide steif, starr
Rigor wächserner Widerstand, der bei jeder Stellung der Gliedmaßen und in jedem Augenblick des Bewegungsablaufes gleich und bei passiver Bewegung von Anfang bis Ende gleichmäßig spürbar ist; bei langsamen passiven Bewegungen sind oft rhythmische Sperrungen des Bewegungsablaufes spürbar (Zahnradphänomen)
semantisch die Bedeutung betreffend (auf das Wort bezogen)
semantische Paraphasie fehlerhaftes Auftreten eines Wortes, das zum Zielwort entweder eine bedeutungsmäßige Ähnlichkeit hat oder grob abweicht z.B. Mutter statt Frau, Box statt Tor (vgl.: -> phonematische Paraphasie)
Sensibilität Summe verschiedener Sinnesempfindungen, die nicht über Auge, Ohr, Geruchs- oder Geschmacksnerven aufgenommen werden; Unterteilung:
Oberflächensensibilität
Tast-, Berührungs- Temperatur-, Schmerzempfindung
Tiefensensibilität
Lage-, Kraft-, Druck-, Bewegungs- und Vibrationsempfindung
Stereognosie
Fähigkeit, Gegenstände durch Betasten mit geschlossenen Augen zu erkennen
Sensomotorik die enge Verknüpfung und Abstimmung von Wahrnehmung und Bewegung
Sensorik Sinneswahrnehmungen (Sehen, Hören, Riechen etc.)
Sensorische Integrationsbehandlung eine Behandlung, welche die Stimulation von Sinnesorganen und die Auslösung von Anpassungsreaktionen  entsprechend den neurologischen Bedürfnissen des betroffenen Kindes vermittelt; das Ziel ist die Verbesserung des Ablaufs der Hirnverarbeitungsprozesse und der sinnvollen Ordnung von Empfindungen
serial nacheinander, sich aufeinander beziehend
Spasmus erhöhter Spannungszustand der Muskulatur, der bei passiven Bewegungen als federnder, besonders zu Beginn der Bewegung stärker ausgeprägter Widerstand spürbar ist (im Gegensatz zum -> Rigor)
Spastik erhöhte Spannung der Muskulatur (pathologisch); als Folge der Spastik kommt es zu einer Verarmung der physiologischen Bewegungsmuster; man findet Dehnungswiderstand, erhöhte Reflexerregbarkeit und -> Klonus
Spielbein jenes Bein, welches in der Schrittphase nach vorn gebracht wird (vgl. -> Standbein)
Sprachanstrengung Schwierigkeiten, Gedanken sprachlich auszudrücken aufgrund von Wortfindungsstörungen sowie Störungen in der Wort- und Satzbildung
Sprachautomatismus häufig wiederkehrende formstarre Äußerung, die nicht in den sprachlichen Kontext passt
Sprachverständnisstörung gestörte Sinnentnahme von Gehörtem oder Gelesenem
Sprechanstrengung mühsames Sprechen, z.B. bei Dysarthrie
Standbein jenes Bein, worauf das Körpergewicht in der Schrittphase ruht (vgl. -> Spielbein)
Stellreaktion adäquate Anpassung des Körpers (Kopf, Rumpf, Extremitäten) während einer Bewegung, automatische Reaktion, um die normale Stellung des Kopfes im Raum zu erhalten bzw. wiederherzustellen und die Ausrichtung von Rumpf und Gliedmaßen zu gewährleisten
Stereotypie formstarre Floskel, die ständig wiederkehrt, aber meistens in der Sprechsituation eingesetzt wird z.B. „man weiß schon“, „teils teils“
Strabismus Schielen
subdural unter der harten Hirnhaut gelegen
subluxierte Schulter aufgrund schlaffer Schultermuskulatur hängt der Oberarmkopf außerhalb des Gelenks; Verletzungsgefahr - Patienten nicht unter die Schulter greifen und hochziehen
Supination Auswärtsdrehung
Synergie Zusammmenwirken
taktil sich auf den Tastsinn beziehend
temporal zur Schläfe gehörig, die Schläfenlappen des Gehirns betreffend
Tetraparese Bewegungsstörung, bei der die vier Extremitäten und der Rumpf betroffen sind
Tetraplegie Lähmung aller vier Gliedmaßen
Thalamus Sehhügel, graue Kernmasse des Zwischenhirns
Tiefensensibilität -> Sensibilität
Tonus Spannungszustand der Muskulatur (Ruhe - Aktivität); -> Hypertonus, -> Hypotonus
Tremor Zittern, rasch aufeinanderfolgende rhythmische Zuckungen; bei willkürlichen Bewegungen kinetischer oder Intentionstremor, beim Erhalten des Gleichgewichts statischer Tremor
ulnaris, ulnar zur Elle gehörend, zur Kleinfingerseite hin (Ggs. -> radial)
vegetatives Nervensystem autonomes Nervensystem, das dem Willen und dem Bewusstsein entzogen ist
ventral den Bauch betreffend, vorn
(Ggs.  -> dorsal; vgl. -> Richtungsbezeichnungen)
vesikulär bläschenbildend
vestibulär das Gleichgewichtsorgan betreffend
Vestibularapparat Gleichgewichtsorgan im Ohr
Visus das Sehen, der Gesichtssinn, die Sehschärfe
VOJTA-Therapie physiotherapeutische Behandlungsmethode mit künstlichen Ausgangspositionen und Auslösung von Bewegungsschablonen, in denen alle funktionellen Bewegungskomponenten mit enthalten sind
Vorderseitenstrangbahn Leitungsbahn für Schmerz und Temperatur im Rückenmark
Wortfindungsstörungen Stocken im Sprachfluss bzw. Satzabbruch, wobei dem Patienten offensichtlich ein bestimmtes Wort zur Bezeichnung von Objekten, Ereignissen, Eigenschaften oder Tätigkeiten nicht zur Verfügung steht; statt dessen häufig sprachliche Ersatzstrategien wie Ausweichen auf Redefloskeln, Beschreiben von Gebrauch oder Eigenschaften, Ausweichen in Pantomime, Fortführen des Themas in variierter Form; -> Aphasien
ZNS Zentralnervensystem