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Luftbild des Geländes 1952
Pastor Bodo Henye im Jahr 1947
Historischer Blick auf die Kirche
Beim Lesen von Unterlagen
Unterzeichnung des Kaufvertrags für das Gelände in den Sechziger Jahren

70 Jahre Zukunft

Seit über 70 Jahren sind wir für die Menschen da, die uns brauchen

Die Geschichte Friedehorsts ist eine Konversionsgeschichte, die nun seit über 70 Jahren andauert.

Ein Militärgelände wurde in einen friedlichen Lebensraum umgewandelt. Gleich von Anfang an war die Umkehr militärischer Hinterlassenschaften mit dem Ingangsetzen eines Erneuerungsprozesses verbunden. Neue Häuser wurden gebaut, neue Konzepte sozialer Wohlfahrtsarbeit wurden entwickelt und umgesetzt. Durch Friedehorst ist Bremen ein anerkanntes Kompetenzzentrum im Bereich der Rehabilitation und Pflege geworden, das große Beachtung gefunden hat.

In Friedehorst richtet sich die Umkehr der Vergangenheit und die Schaffung des Neuen auf den Frieden von Körper und Seele. Hier können Menschen Frieden durch fachlich kompetente Heilung und Pflege, menschliche Fürsorge und Teilnahme am sozialen Leben finden. Im Angesicht von Krankheit, Unglück, Sterben und Tod bringt uns die christliche Botschaft eines neuen Lebens Trost, Hoffnung und Stärke.

Unsere Geschichte

Friedehorst - Vereinigte Anstalten der Inneren Mission wurde am 19. September 1947 gegründet. Das amerikanische Militärhospital auf dem früheren Wehrmachtsgelände in Bremen-Lesum wurde von den amerikanischen Truppen geräumt und einem sechs Tage zuvor geschlossenen Abkommen folgend dem Verein für Innere Mission übergeben.

Dieses Abkommen war hauptsächlich von Dr. Eldon Burke, dem Koordinator amerikanischer Hilfsgüterlieferungen über die Bremer Häfen, initiiert worden. Eigentlich hätte das Gelände wie anderes früheres Eigentum der Wehrmacht dem Potsdamer Abkommen zufolge zerstört werden sollen. Doch als bekennender Christ verhinderte Burke die Sprengung angesichts der Bedürfnisse und Not der Menschen in Bremen, das während des Zweiten Weltkriegs zu sechzig Prozent zerstört worden war. Die Gebäude wurden erhalten, um sie für Gesundheits- und Wohlfahrtszwecke nutzen zu können.

Auch nach der Gründung von Friedehorst unterstützte Burke noch die Aufbauarbeiten, indem er Lebensmittel- und Kleiderspenden etc. organisierte und zur Verfügung stellte. Ein einfaches hölzernes Kruzifix in der Friedehorster Kirche, die von den amerikanischen Truppen für das eigene militärische, geistige Wohl gebaut worden war, ist eines der vielen Produkte aus dieser Zeit. Eine Spende von 100qm schwedischem Birkenholz der Amerikanischen Brüdergemeinde machte die Anfertigung des Kruzifix möglich.

Die Renovierung und der Umbau der Gebäude für den friedlichen Gebrauch begannen mit großen Schwierigkeiten. Die Häuser waren in sehr schlechtem baulichen Zustand: die Dächer waren durchlässig, die Fußböden verrottet, und es gab kaum Mobiliar und keine Heizungen. Doch trotz all dieser Schwierigkeiten war die christliche Verantwortung für die vielen dringend hilfsbedürftigen Menschen stärker.

Das erste Weihnachten in Friedehorst wurde von ungefähr 50 Menschen gefeiert. Diese waren entweder heimatlose oder verletzte Soldaten, die zuvor in einem Hilfsbunker gewohnt hatten, oder ausgebombte Bewohner eines Altenheims, des Marthasheims und des Dorotheenheims, die von Friedehorst aufgenommen worden waren. Viele von ihnen unterstützten die Aufbauphase mit handwerklichen oder häuslichen Arbeiten. Lehrwerkstätten wurden eingerichtet, um den ehemaligen Soldaten das Erlernen eines neuen Berufes zu ermöglichen. Ein Teil der Einrichtung wurde dem Diakonissenmutterhaus zur Verfügung gestellt, das es zunächst als eine Tuberkulosestation und später als eine weithin bekannte orthopädische Klinik nutzte.

Aufgrund der wachsenden Zahl von Aufgaben wurde das Einrichten einer Leitungsstelle in Friedehorst nötig. Zum ersten Friedehorster Vorsteher wurde Pastor Heinrich Johannes Diehl am 1. August 1948 ernannt. Er blieb bis 1980 im Amt.

Wegen eines Abkommens vom September 1947 war das Nutzungsrecht von Gelände und Gebäuden für Friedehorst ursprünglich auf 5 Jahre beschränkt. Ein weiterer befristeter Vertrag ermöglichte die Fortsetzung der Arbeit. Auf Basis dieses Vertrags konnten die Einrichtungen, die aufgrund der Bedürfnisse der Nachkriegszeit gegründet worden waren, verändert und an die sich verändernden Erfordernisse angepasst werden. Gleichzeitig war die fortlaufende Verbesserung der Gebäude und der Lebensqualität durch die Entwicklung qualifizierter Pflege, Behandlung und Ausbildungsmöglichkeiten deutlich erkennbar.

Im Jahr 1956 war Friedehorst - lange Zeit bevor gesetzliche Regelungen in diesem Zusammenhang getroffen wurden - die erste Einrichtung in Norddeutschland, die Ausbildungskurse zur Altenpflege angeboten hat.

Die Fachkenntnisse in der beruflichen Qualifizierung ehemaliger Soldaten begründeten schließlich die Einführung von Ausbildungskursen für die speziellen Bedürfnisse junger behinderter Menschen. 1957 wurde ein Berufsbildungswerk zusammen mit einem Lehrlingsheim eingerichtet.

Gleichzeitig wurden ein Wohnheim, eine therapeutische Einheit und eine Sonderschule errichtet. Nach Auslaufen des Mietvertrags 1962 wurde der letzte Schritt in Richtung des langfristigen Bestehens von Friedehorst durch den Ankauf des Geländes getan. Die Bremische Evangelische Kirche spendete die Hälfte des Ankaufpreises an Friedehorst, während die andere Hälfte vom Kapitalmarkt aufgebracht wurde. Auf diese Weise wurde die rechtliche Unabhängigkeit durch die Gründung einer gesonderten, eigenständigen Organisation, „Friedehorst – Vereinigte Anstalten der Inneren Mission e.V.", umgesetzt.

Im Jahr 1964 wurde die ursprüngliche Ausbildung von körperbehinderten jungen Menschen auf eine andere Einrichtung übertragen. Friedehorst richtete statt dessen erfolgreich ein Berufsförderungswerk für Umschulungsmaßnahmen in Ergänzung zu den bisherigen Möglichkeiten zur beruflichen Rehabilitation ein. Ein Internat wurde für die Schüler eingerichtet, das Lehrlingsheim in ein Wohnheim für körperbehinderte Erwachsene umgewandelt. Arbeitswerkstätten zur Entwicklung von handwerklichen und kreativen Fähigkeiten wurden diesen Menschen zur Verfügung gestellt.

Ein modernes, neues Gebäude für die Altenpflege wurde 1974 gebaut. Hierbei wurden moderne Kenntnisse zum Pflegen älterer Menschen umgesetzt, was ein großes positives Echo fand.

Das Kuratorium Deutsche Altershilfe erkannte das Haus als Modellprojekt an und unterstützte die Einrichtung finanziell. Zur gleichen Zeit wurden die weiteren bestehenden Pflegestationen umgebaut und neu ausgestattet.

Von 1980 bis 1984 war Pastor Dr. Klaus Löwer Vorsteher von Friedehorst. Im März 1985 wurden die bestehenden drei Bereiche zur Pflege älterer Menschen, zur Unterstützung behinderter Menschen und zur beruflichen Rehabilitation durch eine zusätzliche Einheit erweitert: durch ein Neurologisches Rehabilitationszentrum für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Aufgrund seiner erfolgreichen Arbeit hat diese Spezialklinik für gehirngeschädigte junge Menschen bundesweit große Anerkennung erfahren. 1997 wurde dessen Gebäude vergrößert, um die Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern, und eine Station zur Frührehabilitation eingerichtet.

Ebenfalls 1985 übernahm Pastor Johann Jakob Münden das Amt des Vorstehers. Ab 1992 unterstützte ihn Karl-Heinz Dekreon als Verwaltungsleiter. Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1996 war Pastor Mündens Amtszeit vor allem durch Umstrukturierung von Leitungsfunktionen gekennzeichnet. Wichtige Managementaufgaben wurden dezentralisiert und an die Leiter des jeweiligen Bereichs übertragen, um zusätzliche Entwicklungspotenziale freizusetzen.

Diese Veränderungen umfassten auch die Ergänzung der Ausbildungsmöglichkeiten im Berufsförderungswerkes durch kaufmännische Trainingsmöglichkeiten, durch Anpassung des Ausbildungsumfangs für gewerblich-technische Berufe an die aktuellen Erfordernisse des Arbeitsmarktes, durch die Integration der Altenpflegeschule in das Berufsförderungswerk genauso wie durch die Entwicklung von Integrations- und Fördermaßnahmen für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen und anderen besonderen Problemen auf dem Arbeitsmarkt.

Im Behindertenbereich wurden die traditionellen Heimstrukturen vollkommen verändert, um den Menschen individuelle Entwicklung und soziale Integration zu ermöglichen. Heute leben die Bewohner und Bewohnerinnen in überschaubaren, häuslichen Gemeinschaften und externen Wohngruppen in verschiedenen Bremer Stadtteilen. Die therapeutischen Werkstätten wurden in eine Tagesförderstätte umgewandelt, die neben handwerklichen Arbeiten intensive therapeutische und soziale Förderprogramme anbietet.

Die Einrichtungen für ältere Menschen wurden ebenfalls in zeitgemäße Wohnformen umgewandelt. Eines der Häuser wurde in ein modernes Appartementgebäude umgewandelt, in dem ältere Menschen eigenständig, mit der Möglichkeit von Serviceleistungen wohnen können. Die Kurzzeitpflege wurde ebenfalls in das Friedehorster Angebot aufgenommen. Ein ambulanter Pflegedienst wurde eingerichtet und bietet seitdem fachgerechte Hilfe für pflege- und betreuungsbedürftige Menschen in ihren eigenen vier Wänden.

Pastor Dr. Georg-Hinrich Hammer wurde im September 1996 Vorsteher und Vorsitzender der Geschäftsleitung von Friedehorst. Unter seiner Führung wurden neue, spezialisierte Geschäftsbereiche entwickelt, durch die zahlreiche weitere Arbeitsplätze entstanden.

Friedehorst richtete eine Abteilung für neurologische Schwerstpflege „ViaVita" (eine Station für Wachkomapatienten) sowie ein Kinderhaus (ein Haus für sieben Kinder mit Behinderungen in einer familiär geprägten Nachbarschaft) ein. Im Jahr 2000 wechselte die orthopädische Klinik des Diakonissenmutterhauses seinen Standort und schaffte dadurch Raum für neue Projekte in Friedehorst, so auch für ein Haus mit Service-Wohnungen älterer Menschen.

Im Jahr 2003 wurden das Almata-Stift (ein Haus zur Pflege älterer Menschen mit neuartiger Konzeption), neue Wohnungen für Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen sowie das Bodo-Heyne-Haus für Menschen mit Behinderung und Menschen mit Korsakow-Syndrom gegründet. Seit 1997 dehnte das Berufsförderungswerk das berufliche Trainings- und Beratungsangebot sowie einige spezielle Integrationsprogramme in den ganzen Nordwesten Deutschlands (Bremen, Bremerhaven, Stade, Verden, Oldenburg, Wilhelmshaven, Leer, Lingen und Osnabrück) aus. Das Friedehorster Berufsförderungswerk hat als erstes in Deutschland dezentrale Förder- und Trainingsangebote in einer größeren Region (Elbe/Ems) geschaffen. Eines seiner Gebäude in Bremen-Lesum erhielt 2004 den Namen des Initiators von Friedehorst: Eldon-Burke-Haus.

Um auch den wirtschaftlichen Erfordernissen besser gerecht zu werden, wurde Friedehorst – Vereinigte Anstalten der Inneren Mission e.V. 2004 rechtsformwechselnd umgewandelt. Seitdem dient die Stiftung Friedehorst als Dachorganisation über der Friedehorst gGmbH und ihren Tochtergesellschaften. Mit dieser Veränderung wurde die in Friedehorst geleistete diakonische Arbeit Friedehorsts nachhaltig sichergestellt. Die vier traditionellen Bereiche der Alten- und Behindertenhilfe, des Berufsförderungswerkes und des Neurologischen Rehabilitationszentrums gehörten zunächst der Friedehorst gGmbH an.

Im gleichen Jahr erhielt Friedehorst den "Unternehmenspreis Bremen-Nord " des Wirtschafts- und Strukturrats Bremen-Nord e.V. (WIR). Damit wurde die Einrichtung für ihre "herausragenden unternehmerischen Leistungen in der Region Bremen-Nord" geehrt.

Als Stiftung setzte Friedehorst seine Arbeit fort. Für das Neurologische Rehabilitationszentrum konnte im Mai 2005 mit Hilfe zahlreicher Spenden ein Elternhaus errichtet werden, in dem die Eltern der jungen Patienten gleich in der Nähe ihrer Kinder Unterkunft finden.

Herr Karl-Heinz Dekreon – 13 Jahre lang der Friedehorster Geschäftsführer "Finanzen" – wurde im September 2005 feierlich in den Ruhestand verabschiedet. Seine Aufgabe übernahm im Oktober desselben Jahres der Diplom-Ökonom Lothar Lotzkat.

Die Umstrukturierung Friedehorsts wurde im Frühjahr 2007 fortgeführt. Es wurden die eigenständigen Gesellschaften "Dienste für Senioren und Pflege Friedehorst gGmbH", "Dienste für Menschen mit Behinderung Friedehorst gGmbH" und "Neurologisches Rehabilitationszentrum für Kinder und Jugendliche Friedehorst gGmbH" gegründet und neue Geschäftsführungen bestimmt. Das Berufsförderungswerk Friedehorst-Bremen gehört zu diesem Zeitpunkt weiterhin der Friedehorst gGmbH an.

Im August 2007 eröffnet das Nebelthau-Gymnasium mit einer 5. Klasse. Das evangelisch-diakonische Profil, ein bilingualer Schulabschluss, das bundesweit einmalige Fach „Diakonisches Lernen", eine praxisnahe Ausrichtung durch das Fach Wirtschaft und wirtschaftsorientierte Projekte sowie ein freiwilliges Ganztagsangebot zeichnen die Schule aus.

Im April 2009 eröffnen die „Dienste für Senioren und Pflege" ihre erste Tagespflege.

Im Juli 2009 verabschiedete sich Vorsteher Dr. Georg-Hinrich Hammer nach 13 Amtsjahren in den Ruhestand. Pastor Hans-Peter Reeb folgt ihm nach und bildet gemeinsam mit Diplom-Ökonom Lothar Lotzkat den gleichberechtigten Vorstand der Stiftung Friedehorst.

Im Frühjahr 2010 eröffnet das neu gebaute Haus 21 der „Dienste für Senioren und Pflege". Es bietet pflegerische, ärztliche und therapeutische Versorgung für jüngere, schwestpflegebeürftige Menschen bis 60 Jahre sowie eine Einrichtung für die stationäre Dauerpflege.

Im Mai 2010 wird Haus 72 der „Dienste für Menschen mit Behinderung" eingeweiht, in dem erwachsene Bewohner aus den Kinderhäusern sowie Bereiche der Tagesförderstätte ihr neues Zuhause finden.

Im Juni 2010 feiert das Neurologische Rehabilitationszentrum Friedehorst sein 25-jähriges Jubiläum. Rund 100 Ehrengäste verfolgten die offizielle Feier mit einem Festvortrag von Prof. Dr. Annelie Keil.
Zu den Festgästen gehören u.a. Dr. Brigitte Mohn, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und Dr. Annegret Ritz, ehemalige Leiterin des NRZ und Vizepräsidentin der Hannelore-Kohl Stiftung.

Am 4. Mai 2011 findet im Beisein der Sozial-Senatorin Ingelore Rosenkötter die Grundsteinlegung für das neue Haus Mara statt, das im Jahr 2013 fertiggestellt wurde. Hier haben über 50 schwerst-mehrfach behinderte Kinder und Jugendliche ihr Zuhause.

Im Frühjahr 2011 beginnen die Bauarbeiten für den Neubau der Erwachsenen-Reha des Neurologischen Rehabilitationszentrums Friedehorst, die 2013 eröffnen wurde.

Im Juni 2011 feiert der Kinderhospizdienst Jona sein 5-jähriges Jubiläum. Gratulant ist auch der Jona-Botschafter Oliver Mommsen.

Im Juni 2011 bietet das Bodo-Heyne-Haus der Stiftung Friedehorst seit 25 Jahren Menschen mit Behinderung ein Zuhause. Als kombinierte Einrichtung leben in dem Haus in der Bremer Neustadt 33 Menschen mit geistiger Behinderung und 20 Menschen, die an Folgeerkrankungen durch Alkoholmissbrauch, dem sogenannten Korsakow-Syndrom leiden, zusammen unter einem Dach.

Im März 2012 gibt das Kuratorium die Trennung von Pastor Hans-Peter Reeb bekannt und dankt ihm für die geleistete engagierte Arbeit.

Im Oktober 2012 übernimmt Pastor Dr. Christian Frühwald das Amt des Vorstehers der Stiftung Friedehorst.

Im Dezember 2012 beenden Vorstand und Gesamt-Mitarbeitervertretung den seit 2008 währenden Tarfikonflikt mit einer Vereinbarung zur einheitlichen Tarifvereinbarung und ebnen damit den Weg für eine gemeinsame Zukunftssicherung. Bis Mitte 2015 werden alle Beschäftigungsverhältnisse in die tariflichen Arbeitsvertragsrichtlinien der Diakonie Deutschland (AVR-DD) überführt.

Im Januar 2013 werden Angelika Saacke-Lumper und Pastor Walter Weber als neue Mitglieder des Kuratoriums gewählt. Zudem nehmen seither jeweils zwei MAV-Vertreter beratend an den Sitzungen teil.

Im April 2013 werden die beiden Vorstände Dr. Christian Frühwald und Lothar Lotzkat vom Kuratorium abberufen. Neuer theologischer Vorstand wird Pastor Michael Schmidt, der zuvor als Landesdiakoniepfarrer und Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Bremen tätig war.

Im Mai 2013 öffnet das Kinderhaus Mara seine Pforten auf dem Friedehorst-Gelände. Der Neubau verfügt auf zwei Etagen über rund 55 vollstationäre Wohnplätze für Kinder und Jugendliche mit geistiger Beeinträchtigung oder mit schwerst-mehrfach-Behinderungen. In sieben familiär angelegten Wohngruppen bietet ein Team aus Sozialpädagogen, Pflegekräften, Erziehern und Kinderpflegern eine persönliche und ganzheitliche Begleitung und Förderung.

Im Juni 2013 wird Pastor i.R. Walter Weber neuer Vorsitzender des Kuratoriums und folgt damit auf Christian Lürßen, der das Amt nach über drei Jahren aus beruflichen Gründen zur Verfügung stellte.

Im gleichen Monat feiert die Außenwohngruppe Grohn der Friedehorster Dienste für Menschen mit Behinderung ihr 20jähriges Bestehen. Bereits 1993 zogen zwölf junge Erwachsene mit Behinderung vom Zentralgelände in Lesum in ein Haus in Grohn. Damit gehört Friedehorst zu den ersten Anbietern, die – immer die größtmögliche Selbständigkeit der Bewohner im Auge – konsequent den Weg der Dezentralisierung von Wohngruppen und damit der Inklusion vorangingen.

In einem von einem Landschaftsarchitekten erstellten Gutachten beschäftigt sich die Stiftung Friedehorst mit der Geschichte ihrer hauseigenen Parkanlage, dem Friedehorst-Park. Der ehemalige „Lehnhof-Park" des Sommersitzes einer einflussreichen und vermögenden Bremer Familie, so das Ergebnis, ist ein herausragendes Beispiel der Park- und Gartenkultur aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und unter Einfluss des bekannten Landschaftsarchitekten Franz Wilhelm Benque entstanden. Heute dient das Kleinod als grünes Naherholungsgebiet für die Bewohner, Patienten und Rehabilitanden Friedehorsts.

Im Juli 2013 wird Diplom-Kaufmann Bert Juhnke zum kaufmännischen Vorstand der Stiftung Friedehorst berufen. Damit sind wieder beide Vorstandspositionen in Friedehorst besetzt. Hauptaufgabe von Juhnke ist die wirtschaftliche Stabilisierung des Unternehmens. Dazu sollen die operativen Bereiche des Unternehmens neu aufgestellt und in nur noch fünf gemeinnützigen Gesellschaften zusammengefasst werden. Ziel: Die „schwarze Null" Mitte 2015.

Im Sommer beginnen die Vorarbeiten zur geplanten Unterbringung von rund 30 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen im ehemaligen „Kinderlebenszentrum Jona" auf dem Friedehorst-Gelände.
Pastor Hans-Martin Krauß tritt die Stelle des Schulpfarrers am Friedehorster Nebelthau-Gymnasium an. Damit verfügt die evangelische Schule am Friedehorster Hauptstandort über den ersten und einzigen Schulpfarrer der Evangelischen Kirche in Bremen. Er wird sowohl Religion und das einzigartige Fach „Diakonisches Lernen" unterrichten als auch im pastoralen Dienst als Seelsorger und Ansprechpartner bei Sorgen und Nöten für Schüler, Eltern und Lehrer zur Verfügung stehen.

In einem Gottesdienst anlässlich des Sommerfestes wird Pastor Manfred Scharoun in das Amt des Seelsorgers für „alle Friedehorster" eingeführt.

Im Oktober 2013 besuchen die Gründerin der Deutschen Schlaganfall-Hilfe und Unternehmerin Liz Mohn und Fernseh-Star Verona Pooth als Botschafterin der Deutschen Schlaganfallstiftung Kinder, die sich nach einem Schlaganfall im Neurologischen Rehazentrum Friedehorst in Behandlung befinden. Das Neurologische Rehabilitationszentrum Friedehorst kooperiert seit vielen Jahren mit der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und klärt mit Unterstützung von engagierten Prominenten über den kindlichen Schlaganfall auf.

Im November 2013 besucht der Modedesigner und TV-Star Guido Maria Kretschmer das Neurologische Rehazentrum Friedehorst und verbringt als Pate für den RTL-Spendenmarathon einen Tag mit Kindern und Jugendlichen, die einen Schlaganfall erlitten haben und sich zur Rehabilitation in Friedehorst befinden. Kretschmer bleibt in mehreren Folgebesuchen der Spezialeinrichtung für Kinder und Jugendliche verbunden.

Im Dezember 2013 eröffnet das Neurologische Rehazentrum Friedehorst die in einem modernen Neubau errichtete Erwachsenen-Reha, die erste ihrer Art in Bremen. In dem rund 3300 qm großen Gebäudekomplex finden vorerst rund 50 Rehabilitanden nach neurologischen Krankheiten oder neurologischen Schädigungen durch Unfälle individuelle Therapie und kompetente Betreuung.

Im Herbst 2014 beziehen 12 Flüchtlingsfamilien mit Kindern hergerichtete Wohnungen auf dem Friedehorst-Areal. Nach der Unterbringung von rund 30 minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen ein Jahr zuvor in einem Gebäude auf dem Friedehorst-Gelände engagiert sich das Unternehmen damit weiter in der Flüchtlingshilfe. Vor Ort betreut werden die Familien vom Arbeiter-Samariter-Bund.

Im September 2014 wird das Betriebliche Eingliederungsmanagement der Stiftung Friedehorst für vorbildliche Leistungen bei der Wiedereingliederung von gesundheitlich beeinträchtigten Mitarbeitern vom Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen ausgezeichnet.

Im Oktober 2014 feiert das Berufsförderungswerk Friedehorst im Beisein von Gästen aus Politik und Wirtschaft in einem Festakt seinen 50. Geburtstag. Die BFW-Geschäftsführer Hagen Samel und Uwe Dreyer schauen zurück auf eine lange Erfolgsgeschichte: „Es erfüllt uns mit Stolz und Freude, heute mit Ihnen zusammen den 50.Geburtstag einer Einrichtung zu begehen, die seit den Anfängen der beruflichen Rehabilitation in den 60er Jahren bis heute Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen auf dem Weg zurück in die Arbeit begleitet."

Im Dezember 2014 besucht TV- und Musicalstar Alexander Klaws das Neurologische Rehazentrum Friedehorst und unterstützt die Arbeit des Schlaganfall-Kinderlotsen Marco Vollers mit einer namhaften Spende, die er in zwei TV-Spielshows zu Gunsten von Schlaganfall-betroffenen Kindern „erspielt" hat.

Auf dem Friedehorst-Gelände eröffnet im Januar 2015 die erste Fachschule für Ergotherapie in Bremen. Die Schule in den angemieteten Räumlichkeiten des Friedehorster Berufsförderungswerkes wird von der Bremer Heimstiftung betrieben. Im Februar startet der erste Jahrgang seine dreijährige Ausbildung.

Im Februar 2015 verlässt der bisherige kaufmännische Vorstand Bert Juhnke das Unternehmen. Er wird von Ralph Freiherr von Follenius abgelöst, der als erfahrener Gesundheitsmanager die Sanierung und Restrukturierung des trotz 2014 erwirtschafteten Jahresüberschusses nach wie vor angeschlagenen Unternehmens weiter vorantreiben soll. Die Position des kaufmännischen Vorstands wird zunächst nicht „auf Dauer" nachbesetzt, von Follenius übt die Funktion ausdrücklich als „Interims-Manager auf Zeit" aus.

Der Politiker und spätere Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) informiert sich im Februar 2015 im Neurologischen Rehazentrum Friedehorst über die Folgen von Schädel-Hirn-Verletzungen und die Therapiemöglichkeiten der Bremer Spezialeinrichtung.

Am 1. Oktober 2016 übernimmt der Jurist und MBA Onno Hagenah die Tätigkeit als kaufmännischer Vorstand der Stiftung Friedehorst.